Der Kreis schließt sich

Nach 1600km mit dem Rad auf wunderschönen, holprigen, stinkenden, gefährlichen, einsamen, vielbefahrenen Straßen und nochmals soviele km mit Bus und Taxi kamen wir wieder retour zu unserem Ausgangspunkt La Habana.

Ein Schnorchelausflug zur Playa Coral, ein Sturmtag am Strand, die Radtour zu Dritt ans östliche Ende der Halbinsel und der weiße, feine Sandstrand mit traumhaftem Wasser haben mir in Varadero am besten gefallen. Ulli hat sich bei unserem Radausflug im Cubastyle seitlich auf meinen Gepäcksträger gesessen und Kathi ist mit Ullis Rad gefahren. Was die da am Ende der Insel für einen Megahafen gebaut haben – und fast keine Boote stehen darin?

Der Souvenirdschungel hat es den Mädels angetan – obwohl es nix Gescheites gibt und uns die ständigen Aufforderungen etwas zu kaufen, ziemlich am Wecker gehen, hat es uns doch mehrmals dorthin gezogen. Vielleicht auch deswegen, weil es auch hier keinen Supermarkt gibt der alles hat. Der eine hat, zu den üblichen 7 Artikeln, Schokolade, der andere Käse….Butter….Milch und so kommt man halt jeden Tag auf was Neues drauf – aber das kann am nächsten Tag wieder ganz anders sein. Wie oft durften wir, vor allem in Varadero, zu den angeschriebenen Öffnungszeiten nicht ins Geschäft – obwohl wir extra ein paar Kilometer mit dem Rad gefahren sind – da schaut man dann halt bei den angrenzenden Souvenirständen. Für uns immer noch nicht nachvollziehbar wie hier die Uhren ticken.

Diesbezüglich war unser Vorhaben Scooter zu mieten besonders erwähnenswert. Am Vorabend erkundigten wir uns in unserer Straße bei Cubacar wegen einem Scooter – „Den vermieten wir hier nicht!“ (obwohl es auf der Werbetafel bei seinem Geschäft angeschrieben ist). „10 Minuten entfernt wäre ein anderer Cubacar und dort gibt es einen für 25 CUC zu mieten.“ Der Bitte dort anzurufen, ob noch welche frei sind, wollte er nicht nachkommen und so machten wir uns auf den Weg dorthin. Dort angekommen, nachdem wir vorher noch vor einem anderen geschlossenem Cubacar standen, bekamen wir die Auskunft, dass dzt. alle vermietet sind und wir nicht reservieren können (obwohl auf jedem Schild eine Reservierungstelefonnummer steht). Aber es gibt noch einen weiter in der Richtung aus der wir kommen, wir sollen dort fragen. Für heute genug – wir gingen Abendessen, machten uns aber wie empfohlen am nächsten Tag schon vor 8:00 Uhr mit unseren Bikes auf den Weg zum anderen Cubacar, bei dem wir nach ein paar Minuten waren. Es warteten noch andere dort um sich welche zu leihen und am Parkplatz standen mindestens 10 Scooter. Eine Stunde später kam der Direktor und sagte dass es hier Scooter gibt aber die zuständige Person kommt erst. Nach einer weiteren halben Stunde kam sie dann und sagte uns – wie soll es auch anders sein, dass sie hier keine Scooter vermieten, sondern nur dort, wo wir eigentlich schon am Vortag waren (der Direktor kennt sich aus 😄). Sie bot uns aber ein Auto um 245 CUC an. Jetzt waren alle die auf Scooter warteten etwas genervt – vor allem als auch sie der Bitte dort anzurufen, ob noch welche dort sind, auch nicht nachkam. Wir wollten doch unbedingt zur Playa Coral zum Schnorcheln fahren – also retour zum Scooterverleih, der noch glücklicherweise drei frei hatte. Der erste Scooter wollte nicht anspringen. Nach dem dritten Versuch sagte ich ihm er soll jetzt einen anderen bringen sonst die 35CUC retour. Der sprang dann an – auch immer wieder nachdem er an diesem Tag einige mal einfach „abstarb“.

Ich hatte die Freude zum Schnorcheln beinahe verloren und bestand aber darauf, dass wir uns nicht wie geplant zwei Scooter, sondern nur einen ausleihen und ich mit dem Rad im Windschatten zur Bucht und wieder retour fahre – dabei konnte ich meine aufgeladene Stimmung perfekt wegradeln. Super ist es gegangen – der Schnorchelausflug war wohl eines vom Besten und ich hatte auch noch zwei gute Bikeeinheiten. Nachdem wir Varadero nach 7 Tagen wie unsere Westentasche kannten, ich unsere Casa wegen unregelmäßiger Überflutung von Dieselgestank nicht mehr riechen konnte, freute ich mich wieder auf eine Veränderung – wenn es nicht Habana wäre.

Habana kennen wir ja schon gut und ich glaubte dort auch kurzfristig, also an dem Tag wo wir anreisen, eine Casa zu finden. Für zwei Personen wäre es auch kein Problem gewesen, aber drei Personen und somit zwei Zimmer im gleichen Haus – ui, da hab i mi verschätzt. Die erste Nacht verbrachten wir in einem Dreibettzimmer, bei dem das Bad gefühlte 1 m² hatte, es nur für eine Person Warmwasser gab und das Wasser bei der Dusche nicht abrann.

Am Abend, auf dem Weg zum Zentrum, hatten wir dann noch Glück und fanden eine Casa, die zu uns passte und gleich am nächsten Tag übersiedelten wir. Habana war für Kathi erstaunlich schmutzig und kaputt  – außer natürlich die renovierten Plätze und Häuser – vor allem wie die Menschen hier teilweise in den zerfallenen Häusern inmitten von Dreck, Gestank und Abfall leben. Für Pauschaltouristen, die zu den schönsten Plätzen gekarrt werden wird die Stadt wohl einen unvergesslichen Flair haben – traut man sich jedoch abseits der Touristenpfade in die Stadt… – ui, da bleibt sie wohl unvergesslicher 🙂 . Da wir meistens Straßenessen zu uns nahmen (ist das gleiche was man im Restaurant bekommt nur halt mind. 300x billiger), kamen wir Kathis Wunsch in einem Restaurant zu essen nach, was bei ihr eine massive Magen-Darm-Verstimmung zur Folge hatte. Mich hats dann erst zu Hause erwischt und beim Schreiben dieser Zeilen sitz ich wieder an meinem Schreibtisch mit noch flauem Magen und bin froh wieder zu Hause zu sein. Dahoam is dahoam 🙂

 

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