Verrückte Henne…

Die Straße raus aus Habana war soweit gut, abgesehen von den üblichen Schlaglöchern, die es auch auf der Autobahn (am rechten Streifen) gibt, die wir zum schnellen rauskommen benutzten – wegen den Radfahrverbotschildern wollten wir zunächst diese Straße nicht benutzen, aber schnell war klar alle Radfahrer benutzen sie und so trauten wir uns auch. Westlich von Habana kommt man dann in Industriegebiete und dort wollten wir so rasch als möglich durch. Viel Verkehr mit den üblichen Abgaswolken, die im Hals kratzen, grimmig schauende Arbeiter, die auf den LKW warteten oder von der vollbesetzten Ladefläche runterschauten – ich sehe in ihrem Gesicht „so ein scheiß Leben“. Nur selten kommt ein Lächeln entgegen, meist von Kindern mit Schuluniform – von Kindern ohne Schuluniform kommt meist ein „Moneta, Moneta“. Viele Landarbeiter arbeiten mit Macheten und wenn die uns dann mit unseren pipifeinen Fahrrädern vorbeirollen sehen und uns mit ungläubigen Blicken beobachten, würde ich gerne wissen, was in ihnen vorgeht.

Es wird dunkel und wir wollten eigentlich unser Zelt nutzen, aber jetzt wollen wir nur mehr eine Casa Particulare um mit einem guten Gefühl die Nacht zu verbringen. Wir hatten Glück, in Cabañes redete uns Carlos an und so bekamen wir die bis jetzt schönste CP mit Abendessen light und Frühstück light um 32 CUC (ca. 32 €). Anabella, Carlos Frau, kümmert sich liebevoll um uns und berichtet, dass es den Kubanern im Moment nicht gut geht – „Fidel ist tot und Trump neuer US-Präsident“. Ulli bekam an diesem Abend plötzlich irrsinnige Rückenschmerzen so das ich schon dachte jetzt müss wir ein paar Tage Pause machen – aber meine Massage und ein paar Bewegungs- und Stabilisationsübungen brachten Ulli soweit hin dass wir am nächsten Tag doch starten konnten.

Obwohl wir früh starteten kamen wir wieder in die Hitze. Ui, ist des warm im Dezember auf Kuba. Anabella sagte uns, dass es die letzten Jahre im Winter ca. 10 Grad mehr hat als üblich – Global Warming gibt es nicht? Der Verkehr wird weniger – aber wenn Autos/LKW’s vorbeifahren stinken die wie die Sau. Die Leute werden etwas freundlicher, schauen zumindest so drein – und schon treffen wir Judy, eine Radreisende aus New York, die sich genauso über unser Treffen freut wie wir – gleiches Fortbewegungsmittel verbindet auf Anhieb. Sie berrichtet von ihren Touren und ihrem Weg hier auf Kuba – so a verrückte Hennen fährt da alleine als Frau mit’n Bike um die Welt. Sie kommt gerade von einem traumhaft schönen Strand auf dem sie auch gezeltet hat – nur war sie so was von zerstochen – so extrem hab i des no nie gsehn, dass wir es uns noch überlegen, ob wir auch dort hin fahren (wir sind dort hin und haben sogar 2x übernachtet – haben wohl ein besseres Moskitonetz im Zelt als Judy).

Bei der nächsten CP waren wir bei Luis – der will ganz viel CUC machen und baut schon fleißig an 6 neuen Zimmern. Seine Familie und seine Arbeiter waren sehr nett zu uns – irgendwie hab ich das Gefühl es liegt an den CUCs, die wir da lassen. Schauen wir mal ob wir das System etwas knacken – morgen geht’s zum Highlight Viñales.

2 Gedanken zu „Verrückte Henne…&8220;

  1. Nachträglich schöne Weihnachten euch Zwei!
    Ein bisschen verrückt seid ihr zwei aber auch, nicht nur die Judy! Aber wir findens sehr lässig!
    Wir sind gespannt wie`s weitergeht, hauts eini!
    Lg. Hari und Mimi

  2. hey ihr beiden!
    danke, euch auch schöne Weihnachten!
    a bissl loco-loco brauchst einfach für cuba, vor allem mitn bike…!
    wir haun eini u. hoffn auf a guates internet für weitere berichte,
    glg m & u

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