Winken, Rum und Patschn

Eine Traumtour aus Viñales nach Cayo Jutias – das Beste was wir bis jetzt auf Kuba erlebt haben – schaut einfach die Fotos an. Dann ging es sehr steil nach Minas de Matahambre in der ärgsten Hitze und dort angekommen gönnten wir uns zwei  Dosenlimos – 2 CUC pro Dose – ich schüttelte den Kopf und zahlte mit einem 10er und der Barmann kam ins Schwitzen – dauerte 10 min., bis er mir die Ausergab geben konnte. Wollte zwischenzeitlich ein Pan con Jamon und fragte nach dem Preis – 2 CUC pro Stück. Ich schüttelte wieder den Kopf und winkte ab und wartete auf die Ausergab – er brachte nur 3 CUC zusammen und den Rest gab er mir in Pesos – allerdings gab er mir 100 und umgerechnet sind das 4 CUC. – also 7 CUC retour bekommen!? Jetzt hatte ich von ihm Pesos und kaufte das Pan con Jamon um 5 Pesos wie angeschrieben – er musste lachen, ich musste lachen – ich hab das System etwas geknackt. (vorher wollte er pro Pan 2 CUC sind 50 Pesos x 2 Pan = 100 Pesos und jetzt habe ich 10 Pesos bezahlt!)

Ich bin drauf gekommen, dass es besser ist zu winken und dann verbal zu grüßen – die Leute freuen sich über den Wink und geben den gleichen mit einem Lächeln retour – gfallt ma. Die Fahrt dann rauf auf die Halbinsel Cayo Jutias hat uns durch eine Russensiedlung geführt und wir haben dort bei den Straßenständen unter aderem ein paar Flaschen Mango/Bananensaft eingekauft – abgefüllt in 0,33er Bierflaschen mit einem Plastiktuch unter der alten Korkkrone eingeklemmt – es machte, naja, halbwegs eine hygienischen Eindruck. Der Saft war eine Wucht und noch am dritten Tag gut und die Flasche sogar noch dicht. An der Caya Jutias begann dann wieder der Massentourismus – hierher werden die Touris für viel Geld mit Taxis und Bussen gebracht – Liegestuhlgebühr usw. – obwohl mit etwas Sauberkeitssinn wären die Preise ev. gerechtfertigt. Wir wollten am Strand schlafen und siehe da, kein Problem – nach 16:30 dürfen wir das Zelt aufbauen, aber Vorsicht – extrem viele Moskitos und „Cheches“ Blutsaugfliegen, die so klein sind, dass sie locker durch normale Moskitonetze durchkrabbeln. Wir haben GsD ein superfeines Moskitonetz in unserem Zelt und somit diesbezüglich eine ruhige Nacht – nur die Fischer haben uns mit ihrem Pferdegespann um 1:00 einen Schrecken eingejagd. Weil es so schön war blieben wir noch eine Tag und eine Nacht und in dieser bin ich mal für kurze Zeit mit dem Oberarm zur Zeltwand gerutscht und hab mir auf 5cm2 15 Moskitostiche eingefangen.

Kubas Exportschlager sind wohl Rum und Tabak. Den Habana-Rum kann sich ein Kubaner kaum leisten und so gibt es wohl den billigen Rum oder den selbstgebrannten für das Volk. Heute hat uns eine Zeit lang ein junger Kubaner mit seinem Rad begleitet – leider können wir kein spanisch für eine längere Unterhaltung und er kein englisch und so radelten wir einige Kilometer fast gleich auf, ohne miteinander zu quatschen – schade. Irgendwann holte er sich in einem Laden eine Flasche Rum und trank die während dem Radeln und das noch bei der Hitze – nach ein paar Schlücken und einigen Kilometern fing er an zu singen – da legten wir dann eine Pause im Schatten ein und ließen ihn ziehen. Das nächste Etappenziel war Mantua und nach 75 km haben wir es erreicht – es war zum Großteil eine extreme Piste und so war es nicht verwunderlich, dass sich hier Ulli unsere erste Reifenpanne einholte. Ein Megadorn von der Seite war der Übeltäter, sofort kam aber ein Bauer angeritten und bot uns seine Hilfe an.

Beim Dorfschild von Mantua sang ich dann unsere Hymne und radelte so ins Zentrum – bekam dafür ein paar Lächler und etwas Aufmerksamkeit. Wir kamen rechtzeitig um im  Tageslicht eine CP zu finden und uns die Stadt anzuschauen. Hier konnten wir auch ohne Probleme mit Pesos bei Straßenstandln essen – es war gut und billig. Hier hatten wir auch erstaunlicherweise gutes Internet und konnten so unseren ersten Bericht und Bilder laden. Die Stadt richtet sich für Weihnachten und Jahreswechsel – alles wird geputzt und angestrichen und dekoriert – es ist bis jetzt die sympathischte Stadt – die Schulkinder Turnen am Hauptplatz mit Pensinisten in Reihe und Glied und alle machen auf Pfiff die gleiche Übung. Leider funktioniert seit Mantua unsere große Kamera nicht mehr – und da es auf Kuba weder Reparatur noch ein Ersatzobjektiv gibt – können wir sie wegpacken. Sollte diesbezüglich jemand eine Idee haben dann bitte unbedingt melden. Haben in Cienfuegos über einige Ecken einen Feinmechaniker gefunden der uns die Kamera glatt richten konnte – juhuuu

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.